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Schuberts Schweigen: Außergewöhnliches Puppenspiel beim Neujahrskonzert

Gemeinsam mit Kultur Koblach-Obmann Hansjörg Ellensohn und Bgm. Gerd Hölzl durften zahlreiche Gäste beim Neujahrskonzert am 4. Jänner Schauspieler Angelo Konzett erleben, der auf grandiose Weise sowohl Franz Schubert als Puppe als auch dessen Freund Moritz von Schwind verkörperte – und dabei von den virtuosen Streichern des Epos Quartetts begleitet wurde.

Einleitend stellte der Bürgermeister Planungsprozesse und Investitionen in die Infrastruktur im kommenden Jahr in Aussicht, auch wenn Unsicherheiten, politische Veränderungen und schwierige Finanzen entsprechende Anpassungen und Reaktionen nötig machen. Dabei hob er besonders die aktive Weiterentwicklung im Bildungsbereich hervor und lobte das starke Ehrenamt und das Engagement der Vereine in Koblach.

„Gemeinsam wird es uns gelingen, unsere Gemeinde positiv für die Zukunft fit zu machen. Immer mit den Möglichkeiten, die es aktuell gibt“ so der Bürgermeister. Hansjörg Ellensohn als äußerst aktiver Protagonist im Koblacher Kulturleben hatte danach das Vergnügen, die Besucher auf einen ganz außergewöhnlichen Abend einzustimmen.

 

Franz Schubert: Von der tiefen Schaffenskrise zum Meisterwerk in Rekordzeit

Vor genau 200 Jahren verfällt der berühmte Wiener Komponist Franz Schubert unter dem Eindruck der „Große Fuge Opus 133“ seines großen Vorbilds Ludwig van Beethoven in eine tiefe, dreimonatige Schaffenskrise. „Geh, Franzl!“ ermuntert ihn sein Freund Moritz von Schwind, gespielt von Angelo Konzett, fortlaufend zur Wiederaufnahme seiner bis dahin unaufhörlichen kreativen Tätigkeit. Mit größtem Anspruch an sich selbst zweifelt die lebensgroße Schubert-Puppe, ebenfalls von Konzett geführt und gesprochen, an sich selbst.

Bis die Erkenntnis kommt, dass Schubert Schubert sein darf und nicht wie sein Idol Beethoven sein muss. Daraufhin schreibt der Komponist im Sommer 1826 in einem fast unmenschlich anmutenden Kreativitätsausbruch in nur zehn Tagen das „Streichquartett in G-Dur, D 887“. Die dramatischen Dur- und Moll-Wechsel, virtuos intoniert vom Epos Quartett mit Berit Cardas (Violine), Verena Sommer (Violine), Klaus Christa (Viola, Musikalische Leitung & Idee) sowie François Poly (Violoncello; Bühnentechnik: Maximilian Juch), setzten sich mit Motiven von Leben und Tod auseinander. Das Stück sollte später eines seiner bedeutendsten Werke werden.

Stehende Ovationen für den Schauspieler und die Musiker des Schubert Theaters Wien, das ein oder andere Gläschen zum Anstoßen und allseitige gute Neujahrswünsche rundeten den Abend perfekt ab.