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Sennerei in Koblach: Filmpremiere für Erwin Mathis

Gestern Abend fand sich ein großer Teil der Familie Mathis auf Einladung der Brauchtumspflege und der Gemeinde im Brogerhus zur Präsentation des Films mit Erwin Mathis (Jahrgang 1931) ein.

Erwin Mahis: Ein Leben für die Sennerei in Koblach

Für Erwin selbst war es eine gelungene Überraschung, fragte er sich zunächst doch, wer denn heute Geburtstag habe. Brauchtumspflege-Chef Reini Häusle lüftete vor der versammelten Familie das Geheimnis und lud zur Filmpremiere mit anschließender Führung und geselligem Beisammensein ein.

 

Ein Leben für die Sennerei

Erwins Geschichte – gedreht in seinem hauseigenen Sennerei-Museum samt großem Kupferkessel im Dachgeschoss seines Wohnhauses – beginnt Mitte der 1940er-Jahre im Mellental. Dort war er als Hirte tätig, seine ersten Holzschuhe bekam er, „damit mr d’Küah ned gad uf d’Zeha uffe stond“, wie er sich zurückerinnert. Dort lernte er in den Folgejahren die Käserei. Später kam er in die Koblacher Sennerei, um dort angelernt zu werden. Man stellte ihn ein – ohne Bezahlung wohlgemerkt. Im Sommer ging er weiterhin auf die Alpe. 1950 hieß es dann, er müsse in der Koblacher Sennerei bleiben, man brauche ihn. Und dann konnte er tatsächlich mit der Lehre beginnen. 1953 kam er in die Käsereischule nach Rotholz und übernahm kurz danach die Verantwortung für die Käserei in Koblach. Erwin spannt in seiner Erzählung den Bogen von den sich ändernden Einzugsgebieten der Milch, über die Arbeitsweise bis hin zu den Veränderungen für die Koblacher Sennerei im Laufe der Zeit. 1964 wurde Koblach mit Feldkirch zusammengeschlossen, worauf er mit mehreren anderen Koblachern dorthin übernommen wurde. Dort führte er mehr als zwei Jahrzehnte die Butterei, bis er in die Pension kam.

 

Familientreffen einmal anders

Erwins Kinder, Enkelkinder und Urenkel waren zahlreich gekommen, um seiner Geschichte zu lauschen. Der Film ist nun ab sofort bei Führungen im Brogerhus zu sehen. Das Brauchtumspflege-Team nutzte die Gelegenheit, um der Familie weitere historische Gegebenheiten zu präsentieren, unter anderem die Stickerei im Dachgeschoß. Die Brauchtumspflege und die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde danken Erwin Mathis herzlich dafür, dass er uns mit seiner Erzählung ein Stück Zeitgeschichte überliefert hat und wünschen ihm weiterhin beste Gesundheit!