Interview zum Amtsantritt von Bürgermeister Gerd Hölzl

Am 5. September 2019 hat Gerd Hölzl in einem würdigen Rahmen, begleitet von Schützenmusikverein und Männerchor Frohsinn, im restlos gefüllten Saal der DorfMitte das Amt des Bürgermeisters übernommen. Im Interview erklärt er seine Visionen für Koblach.
Interview zum Amtsantritt von Bürgermeister Gerd Hölzl

Herr Bürgermeister, welche Gedanken gehen Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an die Formulierung „meine Heimatgemeinde Koblach“ denken?

 

In ganz Koblach setzt man den Fuß vor die Türe und steht unmittelbar in der Natur. Diese Naturnähe ergibt ein äußerst „heimeliges“ Gefühl. Koblach ist eine aufstrebende Wohngemeinde. Und gerade durch die erhaltenswerten Naturwerte ergibt sich die hohe Lebensqualität in unserer Gemeinde. Außerdem: „Ma kennt anand“ (schmunzelt).

 

Wie ist denn der „gesellschaftliche Ist-Zustand,“ in dem Sie Koblach als Gemeindeoberhaupt übernehmen?

 

Koblach zählt derzeit 4.875 Einwohner - eine Zahl die weiterhin im Wachsen begriffen ist. Wir definieren uns als Zuzuggemeinde mit funktionierendem Kern und aktiven Parzellen. Ich freue mich besonders über das rege Vereinsleben, das den Zusammenhalt im Ort wesentlich prägt und viele Veranstaltungen für die Bevölkerung erst möglich macht.

 

Sie sprechen sich für verstärkte Bürgerbeteiligung aus. Welche Möglichkeiten wollen Sie für die konkrete Mitsprache zur Entwicklung der Gemeinde Koblach schaffen?

 

Das erfordert in erster Linie Rücksicht und Weitsicht. Abgesehen von öffentlichen Informationsveranstaltungen ist es mir wichtig, unmittelbare Nachbarn bei konkreten Projekten zum Gespräch einzuladen und Betroffene damit konkret anzusprechen. Kleinere Treffs sind also ein möglicher Rahmen, genauso wie die Aufwertung und Mobilisierung der entsprechenden Ausschüsse in der Gemeindevertretung. Eine weitere wichtige Möglichkeit ist auch die Kommunikation mit den Bürgern über das Internet, die wir verstärkt nutzen wollen.

 

Welche Visionen haben Sie im Bezug auf die Zentrumsentwicklung rund um die DorfMitte?

 

Dabei denke ich besonders an die Entwicklung im Rahmen des bestehenden Masterplans, in dem ein wesentliches Augenmerk auf die Dichte und Qualität der Bebauung gelegt wird. Kindergarten, Schule, Gewerbe, Hotel, Museum, Dienstleistung, Wohnen… im Zentrum hat vieles Platz. Wir werden uns entsprechende Partner für die Umsetzung eines solchen Projekts suchen. Es braucht aber noch einiges an Vorarbeit, bis die wesentlichen Eckpunkte vorliegen.

 

Beim Amtsantritt sind Sie nicht nur als erfolgreicher Unternehmer, sondern auch als politisch erfahren beschrieben worden. Welche Erlebnisse haben Sie als Führungspersönlichkeit geprägt?

 

Neben der Übernahme des elterlichen Betriebes und der Gründung des Unternehmens Hölzl Gravurtec, das meine Frau seit meinem Ausscheiden aus der Geschäftsführung im Juni 2019 weiterleitet, habe ich mich mehreren sozialen Engagements gewidmet.

 

Unter anderem als Teamleiter in der jungen Wirtschaft, als Obmann des Spielkreises Götzis und als Mitglied der Arbeitsgruppen e5 Team Koblach und Natur z Kobla, um nur einige zu nennen. Mit der Liebe zur Herausforderung von neuen Themen ergibt sich ein gewisser „Blick über den Tellerrand.“ Das prägt ein lösungsorientiertes Denken und Handeln.

 

Welche Arbeitsschwerpunkte wollen Sie als neuer Bürgermeister alsbald setzten, welche bewährten Wege wollen Sie weiterhin beschreiten?

 

Die größte Aufgabe werden die Finanzen sein. Es gibt sehr vieles, das umgesetzt werden möchte. Wesentlich ist die Priorisierung, beziehungsweise die Terminsetzung. Ein verbindendes Element wäre zum Beispiel das am Abend der Wahl angesprochene „Brückenfest“ mit unseren Schweizer Nachbarn.

 

Strukturell wichtige Aufgaben sind etwa die Einführung der Papiertonne, der Bau des Altstoffsammelzentrums amKumma, das regionale Raumentwicklungskonzept und ein neues Feuerwehrauto. Erfolgreich auf Schiene gebrachte Projekte sind der Bau des Kindergartens Straßenhäuser/Ried, die Erneuerung der Sportanlage Lohma, das Straßen- und Wegekonzept sowei der Radweg Koblach- Meiningen.

 

Natürlich wird uns das Projekt Rhesi fortlaufend begleiten. Bei den anfallenden Punkten bringen wir uns weiterhin aktiv ein. Themen in der Region - wie etwa die Personalverwaltung, die Weiterentwicklung des Haus Koblach, das Projekt „Groß werden in Koblach“, die Förderung von Vereinen, die Erhaltung der Naturwerte, die Agenden des e5-Teams und die Restaurierung der Ruine Neuburg stehen als kontinuierlich fortzuführende Projekte ganz oben auf der Themenliste.

 

Gerd Hölzl, Jahrgang 1966, verheiratet, zwei erwachsene Töchter

Pflichtschule in Götzis, Handelsschule in Feldkirch

Lehrabschluss und Meisterprüfung als Graveur

Universitätslehrgang für Marketing und angewandte Betriebswirtschaft, Schloss Hofen

Seit 2010 in der Koblacher Gemeindevertretung bzw. im Gemeindevorstand

 

K_37 amtlich Foto Nicht mehr und Bürgermeister

BU Die beiden „Nicht-mehr-Bürgermeister“ Maierhofer und Gächter mit Bürgermeister Hölzl (re).

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