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Neue Brücke im Hinterfeld eröffnet

Die neue Brücke über den Koblacher Kanal an der Gemeindegrenze Koblach-Mäder wurde am 8. September 2021 feierlich eröffnet. Gleichzeitig konnte am Rheindamm bei Mäder ein weiterer Abschnitt der Interventionspiste in Betrieb genommen werden.
Neue Brücke im Hinterfeld eröffnet

Von der Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Österreich beim oberen Rheinspitz in Altach bis zur Ehbachbrücke in Koblach soll eine durchgehende Interventionspiste entlang der Landseite des Rheindamms entstehen. Ab 2018 wurden die ersten drei Abschnitte der Piste auf Gemeindegebiet von Altach und Mäder baulich umgesetzt. Der rund 750 Meter lange, vierte Abschnitt von der Abzweigung des Rheinbähnles beim Steinbruch Mäder/Koblach (Rhein km 71.600) bis zur Gemeindegrenze Koblach/Mäder (Rhein km 70.850) wurde am Mittwoch, 8. September 2021 eingeweiht. Mathias Speckle, Rheinbauleiter Österreich der Internationalen Rheinregulierung (IRR) betonte vor rund vierzig Gästen dessen Wichtigkeit: «Interventionspisten sichern im Ernstfall die Zufahrt zum Hochwasserdamm. So können allfällige Schadstellen problemlos gekennzeichnet, kontrolliert, beobachtet oder auch mit schwerem Gerät behoben werden. Auch die laufende Wartung und Instandhaltung des Rheindamms ist Dank der Piste künftig viel einfacher.» Noch ist der Interventionspistenbau nicht abgeschlossen. «Die Umsetzung des fünften und letzten Abschnitts, von der Gemeindegrenze Koblach/Mäder bis zum Ehbach soll in den Jahren 2022 und 2023 erfolgen», ergänzt Walter Sandholzer, Vorsitzender der Gemeinsamen Rheinkommission.

 

Neue Brücke mit Mehrwert

Die Erschließung der neuen Interventionspiste erfolgt über die Landesstrasse. An der Gemeindegrenze Koblach/Mäder wurde dafür eine neue, 16 Meter lange und vier Meter breite Brücke über den Koblacher Kanal errichtet. Dabei konnten Tragwerksteile, die von der ehemaligen IRR-Dienstbahnbrücke Mäder/Kriessern stammen, wiederverwendet werden. Diese wurden vorher sandgestrahlt und dann zwecks Korrosionsschutz neu beschichtet. Der Koblacher Bürgermeister Gerd Hölzl freut sich sowohl über die Interventionspiste als auch über die neue Brücke: «Mit der Interventionspiste wird der Hochwasserschutz am Rhein verbessert. Das Sprichwort ‘das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden’ greift hier zu kurz. Durch diese Brücke wird nicht nur die Zufahrt zur Interventionspiste sichergestellt, es werden auch zwei wichtige Fahrradwege miteinander verbunden. Hier wird also das 'Nützliche mit dem Nützlichen' verbunden.» Auch Rainer Siegele, Bürgermeister von Mäder findet lobende Worte: «Die Brücke über den Koblacher Kanal spiegelt die gute Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und der Internationalen Rheinregulierung wieder. Durch das konstruktive Miteinander ist es gelungen, einem Zweckbau einen Mehrwert zuzuordnen. Die Brücke ist ein attraktiver Anschluss auf den Damm und somit eine wertvolle Ergänzung zum bestehenden Radwegenetz. Danke an alle Beteiligten.»

 

Lokal, nachhaltig und naturnah

Für den Bau der Interventionspiste konnte dank einer Kooperation mit dem Wasserverband Frutzkonkurrenz Kies aus der Frutz verwendet. Die Aufbereitung erfolgte auf dem IRR-Hochwasserstützpunkt Mäder/Koblach in unmittelbarer Nähe der Baustellen. Für ökologische Maßnahmen und den Unterbau der Piste konnte das entnommene Rundkorn unbearbeitet eingesetzt werden. Im Baufeld befinden sich zudem Vorkommen seltener Pflanzen wie der Hummelragwurz und der Bienenragwurz. Daher wurde im Bereich der Zufahrtsrampen auf die Dammkrone der abgetragene Boden seitlich der Baustelle gelagert und zum Ende der Arbeiten wieder aufgebracht. So können sich die Pflanzenbestände jetzt, nach Abschluss der Bauarbeiten, erholen. Außerdem wurden rund 120 einheimische Strauchsetzlinge gepflanzt und fünf neue Tümpel für Amphibien gestaltet. Haufen aus Totholz und Steinen sowie verschiedene Bereiche mit Kies, Letten und Steinen sorgen für unterschiedliche, natürliche Lebensräume entlang der Interventionspiste.

 

Über die Internationale Rheinregulierung

Mit dem Staatsvertrag von 1892 zwischen Österreich und der Schweiz wurde die Internationale Rheinregulierung (www.rheinregulierung.org) gegründet. Seit über 125 Jahren kümmert sie sich um den Hochwasserschutz am Alpenrhein zwischen der Illmündung und dem Bodensee. Die Führung der Organisation obliegt der Gemeinsamen Rheinkommission. Die Staaten Österreich und Schweiz haben die Internationale Rheinregulierung mit der Ausarbeitung eines Projekts zur Erhöhung der Abflusskapazität beauftragt. Dieses Projekt heißt Rhesi und befindet sich aktuell in der Genehmigungsplanung.

(Text: Internationale Rheinregulierung)

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