RHESI - Stellungnahme zum aktuellen Projekt

Liebe Koblacherinnen und Koblacher! In den letzten Wochen hat das Thema RHESI nicht nur in unserer Gemeinde Koblach, sondern auch über die Gemeindegrenzen hinaus – vor allem in und über die Medien - zu vielen Diskussionen und unterschiedlichsten Reaktionen geführt.
RHESI - Stellungnahme zum aktuellen Projekt

Die „öffentliche Diskussion“ über die Medien mit vielen persönlichen

Wortmeldungen und subjektiven Meinungen in Zeitungen und Internet hat leider dazu geführt, dass die Gemeinde Koblach und wir Koblacherinnen und Koblacher immer wieder als „Gegner des Projektes RHESI“ dargestellt wurden. Diese öffentliche Wahrnehmung und Darstellung in den Medien entspricht aber keinesfalls den Tatsachen und muss daher entschieden zurück gewiesen und entgegnet werden.

 

Als Bürgermeister der Gemeinde Koblach möchte ich zum wiederholten Male klar festhalten, dass die Gemeinde Koblach keinesfalls gegen das geplante Hochwasserschutzprojekt RHESI ist. Als Rhein-Gemeinde wissen wir gerade aus unserer eigenen Dorfgeschichte und Vergangenheit um die Bedeutung des Hochwasserschutzes für Koblach und alle betroffenen Rhein-Gemeinden auf beiden Seiten unseres gemeinsamen Grenzflusses.

 

Ziel des Projektes RHESI ist es, vor allem die Abflusskapazität des Rheins auf der gesamten Strecke vom Illspitz bis zur Mündung in den Bodensee auf mindestens 4.300 m3/s auszubauen. Die Erhöhung der Abflusskapazität soll primär mit Gerinne-Verbreiterungen innerhalb der Rheindämme erfolgen.

Auch die Rhein-Vorländer in Koblach mit rund 12ha werden ins Projekt RHESI miteinbezogen und sind Teil des Gesamtprojektes.

 

Im Bereich der Frutzmündung in Koblach und Meiningen soll es zusätzlich eine Rheindamm-Abrückung geben, welche als „ökologischer Trittstein“ für das Gesamtprojekt zu sehen ist. Es geht bei dieser geplanten Damm-Abrückung weniger um die Verbesserung des Hochwasserschutzes, sondern vielmehr um eine ökologische Maßnahme für die Genehmigung des Projektes.

 

Diese geplante Rheindamm-Abrückung im Bereich Koblach/Meiningen hat zu massiven Diskussionen geführt und ist umstritten. Die betroffenen Flächen sind im Eigentum der Gemeinde Koblach, es handelt sich um Gemeindegut mit Nutzungsrechten.

Zur Rheindamm-Abrückung gibt es von der Gemeinde Koblach noch keine Zustimmung – schon gar nicht „ohne Wenn und Aber“ wie dieser Tage in einer Tageszeitung berichtet wurde. In diesem Zusammenhang sind noch einige Fragen vom Projektbetreiber IRR zu beantworten.

 

Die Koblacher Gemeindevertretung hat bereits am 3.7.2017 offene Fragen und Forderungen zum Gesamtprojekt RHESI an die Projektbetreiber gestellt.

 

Bei der öffentlichen Präsentation des Projektes im Koblacher Gemeindesaal am 22.1.2018 wurde nochmals deutlich, dass Auswirkungen und Folgen dieser von manchen als nicht notwendig erachteten Rheindamm-Abrückung noch konkreter untersucht werden müssen, um eine möglichst sachliche und objektive Beurteilung der Rheindamm-Abrückung für Koblach zu ermöglichen.

 

Zurzeit werden von Wasserbau-Experten und Fachplanern der Internationalen Rheinregulierung IRR folgende Themen fachlich abgeklärt:

 

  • Hochwassersicherheit im Bereich der Rheindamm-Abrückung?
  • Geschiebe Problematik im gesamten Bereich Koblach/Meiningen?
  • Auswirkungen auf Grundwasser und Oberflächenwässer?
  • Materialtransporte während der Bauzeit und im Betrieb?
  • Rechtliche Fragen – Garantien und Haftungen?

 

Wenn die Antworten der Experten auf diese Fragen vorliegen, hat in weiterer Folge die Koblacher Gemeindevertretung über das Projekt mit Rheindamm-Abrückung abzustimmen und zu entscheiden. Diese Vorgangsweise wurde einvernehmlich zwischen dem Projektbetreiber IRR, dem Land Vorarlberg und der Gemeinde Koblach in guten und konstruktiven Gesprächen miteinander vereinbart.

 

Die Gemeinde Koblach ist also keinesfalls gegen das Projekt RHESI – wir arbeiten wie alle Rhein-Gemeinden am Projekt mit und wünschen uns für Koblach und die Rhein-Gemeinden im Rheintal mehr Hochwasserschutz, auch eine Verbesserung des ökologischen Zustandes für unseren Rhein.

 

Bei allen unterschiedlichen Meinungen zum Projekt RHESI dürfen wir das gemeinsame Gesamtziel nicht aus den Augen verlieren, denn wir sind als Rhein-Gemeinde Teil des RHESI-Projektes und jede Gemeinde am Rhein hat ihren Beitrag zur Umsetzung zu leisten – auch die Gemeinde Koblach.

 

 

Mit besten Grüßen                                                            Fritz Maierhofer, Bgm.

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