Drohende Felssturzgefahr gebannt

Der sichtbare Fels des Schlosshügels besteht zu einem großen Teil aus Schrattenkalk. Dieser neigt, als chemisch weitgehend reiner Kalk, stark zu Verkarstung und Höhlenbildung. Er zeigt eine viel geringere Widerstandsfähigkeit gegen Spaltenfrost und Abrieb als die Kieselkalke, die in den ehemaligen Steinbrüchen im Krinna und Kadel abgebaut worden sind. (siehe auch „Museum für Urgeschichte Koblach“ 1990) Beim Aufgang zur Ruine drohte ein äußerst großer Felsbrocken abzubrechen und stellte daher eine große Gefahr für die zahlreichen Besucherinnen und Besucher der Neuburg dar. Auf Grund geologischer Gutachten entschloss sich die Gemeinde Koblach, als Eigentümerin des Schlosshügels, diese Felsnase zu entfernen.
Drohende Felssturzgefahr gebannt
Mit dem Bagger in luftiger Höhe

Um die bestehenden Mauerreste bestmöglich zu schonen, wurde eine sogenannte Kaltsprengung durchgeführt. Dabei wird das Treibmittel BETONAMIT®, ein explosionsfreies Sprengmittel, welches eine sichere und erschütterungsfreie Zerkleinerung von Felsen ermöglicht, in vorgebohrte Löcher eingefüllt. Nach einer Reaktionszeit von mehreren Stunden entwickelt das Mittel einen enormen Expansionsdruck, der bald so hoch ist, dass jedes harte Gestein auseinander gepresst wird.
Die Firma HTB aus Nüziders hat diese Arbeit im März 2020 durchgeführt, die Bohrarbeiten Florian Metzler aus Bezau.

Die Arbeiten fielen genau in die Zeit der ersten Corona Infektionen und mussten wegen der drohenden Einschränkungen zügig abgewickelt werden. Da der genaue Zeitpunkt der Absprengung nicht eingeschätzt werden konnte, musste die Baustelle während der Nacht bewacht werden. Diese Nachtwachen wurden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma HTB und Freiwilligen gehalten. Um 4 h früh, war es soweit, der Felsbrocken löste sich und riesige Steinbrocken donnerten auf den darunterliegenden Weg und die Wiese der Pfadfinder.

Mit dieser Aktion konnte drohende Gefahr für Besucherinnen und Besucher abgewendet werden.

Leider wurde ein Teil der darüberliegenden historischen Mauer beschädigt. Um weitere Schäden und weitere Felsabbrüche zu vermeiden, wurden Stahlanker in die Felswand eingebracht.

Über diese Felsnase wurde vor der Absprengung ein schmaler Pfad von Schwindelfreien als Zugang zur Ruine genützt. Dies wäre jetzt zu gefährlich und ist auch untersagt.

zur Bildergalerie

Message